¡Adiós Alemania, hola Argentina!

Mein Abenteuer in Südamerika

13Oktober
2012

Im Land der Torten...meine erste Quince

So, es ist Samstagmorgen 12:42, ich liege gerade noch halb verquert auf meiner Matraze. Gestern war ich auf meinem ersten Quince. Das ist der 15. Geburtstag eines Mädchens hier, der in ganz Südamerika fast so ästhetisch und ausgiebig gefeiert wird, wie die eigene Hochzeit. Das Witzige an dieser Tradition ist, dass nur bei Mädchen der Geburtstag Quince (spanisch für 15) so pompös zelebriert wird. Jungen werden zwar im Alter von 18 Jahren mit einer Feier beschenkt, diese ist aber wohl kaum mit dem zu vergleichen, was man sich hier für die eigene Tochter einfallen lässt.

Aber von vorne: Gestern Morgen habe ich den Bus zur Arbeit genommen, da sich mein Fahrrad leider als platt herausstellte (z.I.: Am vorherigen Tag war es schon platt und ich habe es zur örtlichen Fahrradreparatur bringen lassen, dort wurde es allerdings nur mit Hochdruck bepumpt, sodass ich immerhin schon mal nach Hause fahren konnte. Leider habe ich nicht bedacht, dass es eventuell am nächsten Morgen wieder platt sein könnte, schusselig wie ich nun mal bin...). Also, ich habe den Bus zur Arbeit genommen und den Vor-und Nachmittag wie gewohnt im Casa 5 verbracht, das immer noch nicht seinen Charme für mich verloren hat. Um 17 Uhr dann (nach Maté mit dem Personal, wie üblich) habe ich mich dann auf den Weg zur Bushaltestelle gemacht.
Allerdings hatte ich Glück, denn in diesem Moment hat mich meine Gastmutter angerufen und sie sagte mir, dass sie gerade selbst in Villa Allende ist, um ein paar Besorgungen zu machen, also hat sie mich aufgelesen und wir sind nach Hause gefahren.
Dort habe ich mir dann erst mal ein paar Minuten Verschnaufpause gegönnt, weil ich ZIEMLICH müde war.
Dann, so gegen 7 oder 8 habe ich mich für den Quince fertig gemacht. Eingeladen wurde zu halb 10 - wir sind dann gegen 10 mal eingetrudelt und waren damit aber noch gut in der Zeit. Um halb 11 oder 11 dann war Agostinas großer Auftritt. Agostina ist das Geburtstagskind, das 15 Jahre gefeiert hat. Sie ist übrigens die Gastschwester von Theresa - meiner Vorgängerin, dazu aber später.

Sie kam also in einem Wagen angefahren, die gesamte Feierschaft stand wartend mit Blumen bestückt im Salón. Agostina wurde von ihrem Vater in den Saal geführt (wie gesagt, Hochzeit und Quince sind fast gleichzusetzen), begleitet von Pink und "Fucking perfect" und wurde von der wartenden Menge empfangen und von allen Seiten mit Umarmungen und Küssen beglückwünscht. Dann (in einer Reihe von weiteren Liedern) hatte jeder Gast die Chance, ein kleines Tänzchen mit dem Geburtstagskind zu wagen - unter genauer Beobachtung und Belichtung des Fotografen, der eigens für die Festlichkeit engagiert worden war. Alles sehr professionell und authentisch. Draußen hingen riesige Plakate mit unzähligen Fotos von Agostina in verschiedenen Outfits. Das ist hier - glaube ich - der Renner beim Quince: Jedes Mädchen lässt sich vor dem großen Ereignis professionell ablichten.

Weiter im Text: Die Gratulanten hatten sich inzwischen wieder verstreut und Agostina stand inmitten des Salons und sah auf die Videoleinwand, die eine Aufzeichnung ihrer Gastschwester Theresa aus Deutschland zeigte, die ja nun leider nicht dabei sein konnte. Agostina war zu Tränen gerührt als sie sich die Botschaft ansah - das war wirklich total niedlich!

Während des Videos wurde Essen serviert, Sandwiches, Empanadas und weitere Snacks; gefolgt von weiteren Videos, Überraschungsbotschaften und und und. Dann gab es eine "Zauber/Unterhaltungsshow", bei der auch mein Gastbruder Mayco mitspielen durfte. Wirklich sehr amüsant!
Dann, müsste so gegen 1 Uhr gewesen sein - wurde die Tanzfläche eröffnet. Der DJ war allerdings so überaus schlecht, dass mir nach ein paar Liedern bereits die Tanzstimmung vergangen ist. Das Programm bestand überwiegend aus schlecht ausgewählten Mash-Ups. Das war dann eher nicht so der große Knaller. Insgesamt kann man aber sagen, dass auch die Argentinier sehr witzige Partygänger sind - jedenfalls die Gesellschaft, die ich gestern erlebt habe.
Dann um halb 3 gab es Schokobrunnen mit Früchten, Alfahores und weiteren Leckereien - alles natürlich überaus süß und typisch argentinisch. Um 3 dann wurde das Land der Torten eröffnet, von denen ich allerdings keine mehr probieren konnte, weil ich total ermüdet auf dem Sofa lag. Während der Siesta arbeiten und abends feiern ist wohl doch nicht so die beste Idee.  

Meine Gastfamilie und ich sind dann so gegen 5 Uhr aufgebrochen und nach Hause gefahren um dann totmüde ins Bett zu fallen. Was ein Abend!

Hier könnt ihr euch die Fotos ansehen:

eine Treppe - wie ähnlich wir uns doch sind. Haha im Land der tausend Torten und Träume da war ich noch wach... Agostina mit ihrem Vater beim Eröffnungstanz Agostina mit meinem Gastvater José Agostina mit Padre Freddy Ceci und José Agostina mit Huayra Mayco, meine Gastmutter Ceci und Padre Adrian Mayco und José Lucia und ichetwas verschwommen, aber ziemlich cool!paaaarty!

Ciao gente,

Ines