¡Adiós Alemania, hola Argentina!

Mein Abenteuer in Südamerika

10Februar
2013

Meine erste Hochzeit...

...als Gast! Wie vielleicht einige wissen, habe ich schon des Öfteren die Zeremonien in der Kirche als Messdienerin mitbegleitet. Was mich bis dato gewurmt hat: Ich war selbst noch NIE als Gast auf einer Hochzeit. Bis gestern.
Ein Cousin von Ceci, meiner Gastmutter, hat sich mit seiner langjährigen Freundin verlobt; die beiden haben auch schon zwei Kinder. Also war gestern Zeremonie und Fete angesagt. Um halb 8 haben wir uns auf den Weg in Richtung Alta Gracia gemacht, wo sowohl die Trauung als auch die nachträgliche Feier stattfinden sollte. Um kurz vor 9 trudelten wir schließlich in der kleinen, aber sehr liebevoll eingerichteten Kirche ein. Dort blieben wir allerdings - zu meiner Überraschung - nicht besonders lange. Insgesamt dauerte die Trauung ca. 10-15 Minuten, da sie nicht in eine Messe eingebunden war. Ceci erzählte mir im Nachhinein, dass nur sehr katholische Familien hier eine Trauung mit einer Messe verbinden, sodass die Trauungen im Normalfall nach kurzer Zeit zuende sind. Da war ich - muss ich sagen - etwas desillusioniert, weil ich (im sonst so katholischen Lateinamerika) doch etwas arg anderes erwartet hätte. Aber gut, es ist ein anderes Land, als auch andere Bräuche und Sitten, so viel habe ich bis jetzt ja schon gelernt.
Danach ging es also weiter zum Festsaal, der (wie bei den 15. Geburtstagen, auf denen ich bisher teilgenommen habe) in den gleichen Farben geschmückt war, wie die Kleider des "Blumenmädchens". Zuerst gab es einige Empanadas und Sandwiches, danach dann Pata (ich weiß immer noch nicht genau, welcher Teil vom Rind das ist; ich hoffe, dass es kein Fuß ist...). Dann wurden einige Videos gezeigt; das Brautpaar wurde beschenkt und los ging die Feier. Ein DJ legte sowohl traditionell südamerikanische, als auch elektronische Musik auf und nach einer Weile wurden auch wieder die hier altbekannten Hüte und Co. herausgekramt. Außerdem auch Espuma loca (eine Art Spritzschaum, den man auch in Deutschland von Fasching kennt); eine Tradition, die ich auf JEDEN FALL mit nach Deutschland nehmen werde. Dann gab es in Melonen gefüllten Wein (Fotos folgen) und alle tanzten lustig und munter bis in die Morgenstunden. Um halb 4 wurde dann die "mesa dulce" (süßer Tisch, aka Kuchen, Plätzchen, Alfajores etc.) und alle langten reichlich zu.
Was mich ein wenig befremdet hat: Im Festsaal gab es einen abgetrennten Raum, indem lauter große Computer mit Spielen wie Pacman etc. standen, in dem sich dann vorwiegend die kleinen Kinder aufhielten. Ich habe während der gesamten Festlichkeit kaum einmal ein Kind im Alter von 8-13 Jahren gesehen...Aber da die Kinder hier auch ziemlich lange durchhalten müssen, ist es auch in irgendeiner Weise verständlich. Trotzdem sehr befremdlich.
Die Rückfahrt nach der Feierlichkeit fühlte sich ewig lang an und ich war heilfroh, als ich letztlich um halb 6 im Bett lag und ein bisschen zur Ruhe kommen konnte.
Was mich zusätzlich sehr gefreut hat: Endlich habe ich das Lied gefunden, nach dem ich wochenlang gesucht habe; hier ist es, viel Spaß (ich hoffe, dass ihr es euch angucken könnt): http://www.youtube.com/watch?v=hvFtviSsEqI

Und natürlich gibt es auch Fotos von der Hochzeit:

Huayra mit Nelly (meiner Gastoma) Huayri und ich vor der Kapelle das Brautpaar :) Ceci y José Nelly und ich! Hmmmm lecker!!! :-) José, Cecis Onkel und ich! hahahahaha!